Unkomplizierte Lösungen finden

  03.11.2020 Kultur

Der Aargauische Kulturverband sucht nach neuen Wegen zum Erhalt der Aargauer Kultur

Der Aargauische Kulturverband unterstützt alle Massnahmen, die sich zum Schutz vor weiterer Verbreitung von Covid-19 als notwendig erweisen. Bund und Kanton hatten angesichts des Ernstes der gesundheitlichen Situation für alle Lebensbereiche weitreichende Einschränkungen beschlossen. Davon ist auch die Kultur wieder drastisch betroffen.

Dass einzig noch Veranstaltungen mit maximal 50 Besucherinnen und Besuchern durchgeführt werden können, verunmöglicht für viele Häuser eine kostendeckende Durchführung. Dies trifft etliche Kulturveranstaltende sowie Kulturschaffende und ebenso alle mit der Durchführung von Kulturveranstaltungen verbundenen und dafür notwendigen Betriebe wie zum Beispiel die Bereiche Technik, Bühnenbau, Grafik, Hotellerie, Gastronomie. existenziell. Der Kulturbetrieb hat schon seit dem Lockdown im Frühling erhebliche Einbussen erlitten, und dies trotz Berücksichtigung von staatlicher Unterstützung.

Einkünfte wären dringend nötig

Der Kulturbetrieb wäre jetzt umso mehr auf Einkünfte aus Engagements und aus der Durchführung von Veranstaltungen angewiesen. Dazu kommt, dass auf eine lange Zeit hinaus die Planung unmöglich geworden und ein rettendes Ufer ausser Sicht geraten ist. Diese Umstände machen es unbedingt notwendig, Unterstützung auch in den nächsten Monaten zu garantieren. Nur so können kulturelle Strukturen erhalten und Kulturschaffende in ihrem Beruf tätig bleiben. Die Bereitschaft zur Unterstützung war im Kanton Aargau seit dem Lockdown ermutigend und wurde von allen Betroffenen geschätzt. Doch die Umsetzung erwies sich aufgrund der begrenzten Kapazitäten der dafür zuständigen Stellen zum Teil als langwierig. Der Prozess wird von den Antragstellern als eher kompliziert empfunden. Die Verunsicherung, ob und wie Gelder gesprochen werden, führt zu einer zusätzlichen Planungsunsicherheit, die Kulturschaffende und -betriebe dazu bewegt, ihre Projekte zu stoppen oder Häuser zumindest temporär zu schliessen.

Doch es ist gerade heute nötig und erweist sich als dringend, die Ausfallentschädigungen, den angemessenen Erwerbsersatz und die Entschädigung für Kurzarbeit sowie die Unterstützung im Härtefall beizubehalten, zu prüfen und vor allem rasch wirksam werden zu lassen. Alle diese Massnahmen sind für die Dauer der Einschränkungen ein unentbehrliches Mittel für das kurz- und mittelfristige Überleben vieler kultureller Akteurinnen und Akteure.

Grosser Aufwand

Die aargauischen Kulturveranstaltenden haben in den letzten Monaten mit grossem Aufwand funktionierende und alle Vorgaben erfüllende Schutzkonzepte entwickelt und einen grossen Effort geleistet, um weiterhin Kulturveranstaltungen anbieten zu können. Deshalb sei es erfreulich, dass trotz dem für viele Kulturbetriebe im Aargau faktischen Lockdown weiterhin die gelebte Kultur Teil des gesellschaftlichen Lebens bleiben darf. Verständlich sei aber auch, wenn Organisationen ihren Betrieb temporär ganz einstellen.

Der Aargauische Kulturverband erachtet es als essenziell, dass gerade in den nächsten Wochen und Monaten die Menschen im Aargau neben allen Einschränkungen Kultur erleben und geniessen dürfen. Er bietet Hand, dass in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, der Politik und den Behörden auch unkomplizierte und unkonventionelle Lösungen gefunden werden können, sodass Kultur auch an neuen Orten und in neuen Formen möglich wird. --pd


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