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06.09.2022 ArniAm Donnerstag, 15. September, findet eine ausserordentliche Gemeindeversammlung statt
Der Ukraine-Konflikt hat auch Auswirkungen auf die Liegenschaftsplanungen. Um weitere Flüchtlinge aufnehmen zu können, möchte der Gemeinderat eine Liegenschaft für 1,25 Millionen Franken erwerben.
«Aufgrund der bisherigen Zuteilungen des Kantons würden die Räumlichkeiten nach diesem Kauf ausreichen. Es ist nicht das Ziel, weitere Liegenschaften zuzukaufen», betont Frau Gemeindeammann Evelyn Pfister. In Arni sind zurzeit zwei Personen aus der Ukraine aufgenommen. Gemäss Weisungen des Kantons müssten es aber zehn mehr sein. Dafür fehlt der Gemeinde bisher der entsprechende Wohnraum. Deshalb lädt der Gemeinderat jetzt am Donnerstag, 15. September, zu einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung ein. Hier dürfen die Stimmberechtigten entscheiden, ob sie für 1,25 Millionen Franken ein Haus kaufen möchten.
Keine Kündigung vorgesehen
Die Liegenschaft liegt zwischen der Zürcherstrasse und dem Gemeindehaus. Sie wurde 1999 erbaut und beinhaltet drei Wohnungen à je 3,5 Zimmer. 2022/21 wurde die Erdgeschosswohnung mit Gartensitzplatz umfassend renoviert.
Der Gemeinderat schreibt, dass das Haus in einem guten Zustand sei und über einen zeitgemässen Ausbaustandard verfüge. «Wir gehen davon aus, dass wir drei bis fünf Personen in einer Wohnung aufnehmen können», so Evelyn Pfister. «Damit würden wir das Soll des Kantons bereits mit zwei Wohneinheiten erfüllen.»
Diese stünden zurzeit frei, während in der oberen Etage noch jemand lebe. «Wir werden diese Wohnung sicher nicht kündigen», versicherte die Frau Gemeindeammann. «Würde die aktuelle Mieterin kündigen, dann ist aber nicht auszuschliessen, dass wir die Wohnung für weitere Flüchtlinge brauchen werden, sofern nötig.»
Container-Variante geprüft
Der Gemeinderat prüfte zur Unterbringung von Asylsuchenden neben dem Kauf von Liegenschaften auch andere Varianten. So habe man sich mit dem Aufstellen von Wohncontainern vertieft befasst. Allerdings wurde diese Variante aufgrund eines schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses wieder verworfen. Ein weiterer Aspekt für den jetzt vorgeschlagenen Hauskauf sei, dass Arni über keine Notwohnungen für allfällige Sozialhilfebezüger verfüge. Zudem würden die aktuell vorgesehenen Wohnungsbauprojekte dazu führen, dass die Gemeinde noch weiter wachse und deshalb aufgrund der höheren Bevölkerungszahl künftig noch mehr Asylsuchende aufnehmen werden müsse.
Keine Zeit zum Warten
Für den Kauf muss die Gemeinde keinen Kredit aufnehmen, sondern greift auf die eigenen flüssigen Mittel zurück. Allerdings kann der Gemeinderat für den Kaufentscheid nicht bis zur regulären Gemeindeversammlung im November warten. «Ja, es eilt», betont Evelyn Pfister. «Es gab auch andere Interessenten, welche das Haus erwerben wollten. Ebenso will die Verkäuferschaft nicht bis im November warten und andere Interessenten blockieren.» Deshalb entscheiden nun die Arner Stimmberechtigten bereits Mitte September, ob sie diese Liegenschaft erwerben möchten oder nicht. --rwi