Exklusivität reizt

  02.09.2022 Porträt

Angetroffen: Sandrine Heinrich, Wohlen

«Es ist die filigrane Eleganz, die schön aussieht, gleichzeitig aber viel Kraft braucht, die mich fasziniert», schwärmt Sandrine Heinrich, wenn sie von ihrem Hobby Poledance (Stangentanz) spricht. Seit sechs Jahren übt sich die 22-Jährige in der Tanzund Sportart, die an einer vertikalen Stange durchgeführt wird. Mittlerweile erfreut sich das Poledance einer zunehmenden Beliebtheit. «Dennoch lassen dumme Aussagen nicht lange auf sich warten, wenn ich davon erzähle», so die junge Frau. Oft biete es eine Steilvorlage für Sprüche jeglicher Art. Obwohl die Studentin, die Wirtschaft an der Hochschule Luzern studiert, vieles mit Humor nehmen kann und nicht auf den Mund gefallen ist, nervt sie sich ab den Vorurteilen, mit denen die Tanzart behaftet ist. Vor allem die «Sexualisierung» macht sie manchmal sprachlos. «Einmal wurde ich gefragt, ob ich denn von Beruf Stripperin sei», erzählt sie. Dennoch schmälert es ihre Begeisterung für die Sportart nicht. Einerseits ist es ebendiese «Exklusivität», die sie reizt. «Es ist ein nicht alltäglicher Sport», so Heinrich.

Andererseits hat sie durch diesen Sport mehr Selbstvertrauen entwickelt. «Man lernt seinen Körper kennen und schätzen und realisiert, wozu man alles fähig ist.» Zurzeit besucht sie Kurse im «Pole Passion» in Tägerig. Wie in allen Sportarten lautet auch beim Poledance die Devise «Übung macht die Meisterin.» Dennoch gilt das nicht bei allen sogenannten «Figuren», die man an der Stange machen kann: «Je nach Figur ist die Kraft, Grösse oder Beweglichkeit wichtig.» Mit ihren 1,57 Meter schaffe sie deshalb nicht jede Figur, was frustrierend sein kann. «Das kann ich aber mittlerweile verkraften», zwinkert sie. --cbl


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