Freude und Freundschaft prägen
29.07.2022 WohlenRené Wettstein alias Renelvis geht mit dem Projekt «The Elvis Presley Tribute Band» in die nächste Runde
Was mit einem Projekt zur Masterarbeit begann, wird nun professionell weitergeführt. René Wettstein, Benjamin Groth und die Musiker gehen den gemeinsamen Weg weiter.
Monica Rast
Eigentlich hatte ein Jux vor über 25 Jahren den Stein ins Rollen gebracht. Bei einer Aufführung stieg unverhofft ein Act aus und René Wettstein sprang ein, imitierte Elvis und ein Kumpel Tina Turner. Es war sein erster Auftritt als Imitator. Die Zuschauer waren begeistert von seinem Auftritt. So rollte der Stein weiter und schaffte in den Jahren verschiedene Gelegenheiten, die Wettstein dorthin brachten, wo er jetzt steht. Am Anfang waren es nur wenige Lieder, die er einstudiert hatte. Mit den steigenden Engagements erweiterte der Sänger auch sein Repertoire. Als Imitator Renelvis würdigt Wettstein mit Hits wie «Love Me Tender», «In the Ghetto» oder «Suspicious Minds» den Musiker Elvis Presley, der es geschafft hat, mit seiner Musik Millionen von Menschen zu begeistern und zu Recht «King of Rock ’n’ Roll» genannt wird. Auch heute noch ist der Mythos Elvis Presley allgegenwärtig und begeistert Jung wie Alt. Wettstein ehrt mit seinen Auftritten den charismatischen Sänger und geniesst einen schweizweiten Ruf als einer der besten Elvis-Imitatoren.
Beruflich hat der 53-Jährige nichts mit Musik zu tun. Als Sachbearbeiter Logistik, Einkauf, Fahrzeugpark bei der Firma CTC AG in Buchs ZH erinnert gerade mal die Frisur an sein Hobby, das doch einige Zeit in Anspruch nimmt. Seine drei Kinder aus erster Ehe, zu denen er ein gutes Verhältnis pflegt, stehen hinter ihrem Vater und sind stolz auf das, was er in all den Jahren als Elvis Tribute Artist erreicht hat.
Schöne Erinnerungen bleiben
Die damaligen Auftritte als Renelvis brachten ihn mit der Band Rock Club 58, die alte Rocksongs der 70er und 80er authentisch interpretiert, zusammen. Es war ein perfektes Zusammenspiel von guter Musik, Gesang und Performance. So wurde der Elvis-Imitator alleine oder zusammen mit der Band für diverse Anlässe gebucht. Der Spass wurde dabei nicht aus den Augen verloren. Schliesslich sind die Auftritte von Wettstein nicht sein Hauptberuf, eher seine Berufung. Doch nach 20-jähriger Zusammenarbeit, und vermehrtem Wechsel in der Band Rock Club 58, gab Wettstein den Austritt. «Es war eine gute Zeit mit vielen schönen Erinnerungen», meinte er zu seinem Ausstieg, «aber es war an der Zeit zu gehen.» Für ihn als Solokünstler kein Problem.
Ein Projekt mit Folgen
Bei Auftritten wurde er auch schon von Benjamin Groth am Schlagzeug begleitet. Und als dieser ihn für ein Projekt zu seiner Masterarbeit anfragte, sagte René Wettstein zu.
Gemeinsam wurde «The Elvis Presley Tribute Band» gegründet und mit professionellen Musikern, Musikerinnen und Sängerinnen ergänzt. Es ist eine Hommage an die Zeit der Studiomusiker in den 70er-Jahren, die mit dem King gemeinsam musizierten. Alle zwei Wochen wurde samstags oder sonntags geprobt, je nachdem, wie es die Engagements der Mitglieder zuliessen. Da es ein Projekt war, waren die Proben unentgeltlich und das ganze Engagement zeitlich begrenzt. Eigentlich hätte das Konzert in Bern stattfinden sollen. Doch Corona verhinderte dies und man plante ein öffentliches Konzert in Niederwil. Der Erlös aus den Eintritten war als Entschädigung für die Musiker gedacht. «Der Gig war ausverkauft und die Leute waren begeistert», erinnerte sich der Sänger.
Es geht weiter
Zu Beginn war die Weiterführung des Projekts von Groth noch kein Thema. Wettstein wäre vermehrt wieder solo unterwegs gewesen, da bei ihm die Freude am Singen im Vordergrund steht. Doch einmal mehr öffnete sich für Wettstein unverhofft eine Tür.
Schon bei den Proben bemerkten die Beteiligten, dass es passte und es Freude bereitete, solche grossartigen Musiker von damals zu ehren und die Faszination Elvis wieder aufleben zu lassen. So stand die Frage über eine Weiterführung der Band nach der Beendigung des Projekts im Raum. Wettstein war offen dafür, da er keine weiteren Verpflichtungen hatte. Auch die anderen Projektbeteiligten sprachen sich für eine Weiterführung aus. «Ich habe eine Scheissfreude und bin voller Motivation», strahlte René Wettstein.
Ein guter Startschuss
So war das Konzert in Niederwil das Ende und gleichzeitig der Anfang, der bereits die ersten Früchte trägt. Das nächste Konzert wird am 12. August am Open-Air-Kino in Rudolfstetten stattfinden. Vor dem Film «Elvis» wird «The Elvis Presley Tribute Band» die Kinobesucher mit viel guter Musik auf den nachfolgenden Film einstimmen. Während für das Projekt vor allem Groth und Wettstein verantwortlich waren, sind es jetzt alle Mitglieder. Die Aufgaben werden dementsprechend unter den Bandmitgliedern aufgeteilt, welche auch Mitspracherecht bei Entscheidungen erhalten. «Jetzt ist es ein Miteinander und es braucht Stücke, an denen alle ihre Freude haben», erklärt der Imitator.
Mit Herzblut dabei
Da es vor allem eine Hommage an die damalige Zeit ist, möchte die Band Erinnerungen wachrufen. Es muss nicht eins zu eins wiedergegeben werden. «Es soll ein gutes Konzert mit guter Unterhaltung sein», meint Wettstein, «es geht vor allem darum, den Leuten einen unvergesslichen Abend zu bescheren.» Die Freude an der Musik weitergeben, sodass die Zuhörer «geflasht» nach Hause gehen mit dem Gedanken: «Cool war es.» Der Zeitpunkt passt und jetzt gilt es viel Herzblut in die Weiterführung zu stecken und laut René Wettstein «Vollgas zu geben».
Im Hause Wettstein, das er mit seiner Lebenspartnerin Corinne Schädler teilt, gibt es nicht viele Rückschlüsse auf seine Berufung als Imitator von Elvis. Zumindest nicht im Erdgeschoss. Je weiter man die Treppe hochsteigt, je mehr zeigt sich aber ein anderes Bild. Fotos, Gemälde, Auszeichnungen. Wettstein ist ein Sammler von Elvis-Artikeln. Nicht fanatisch, aber wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, packt er zu. Auch seine Kostüme für die Auftritte sind massgeschneidert, vom Originalhersteller aus Amerika. Sie runden seine Auftritte perfekt ab. Sein Arbeitszimmer ist ganz dem King gewidmet und irgendwie von dem Spirit des Sängers erfüllt. Vielleicht ist dies das Geheimnis seines Erfolgs als Imitator oder einfach die Freude, das weiterzugeben, was er gerne macht: singen und performen.