Die Zahnräder greifen ineinander
11.10.2022 MuriViel Power beim Freiämter Gewerbe und bei seinem Nachwuchs an der Gewerbeausstellung
Am Aussteller-Apéro betonte Nationalrat Benjamin Giezendanner, wie wichtig die Nachwuchsförderung ist. Denn nur durch sie kann man den Fachkräftemangel in den Griff bekommen. Auch dem Gewerbeverein Muri und Umgebung liegt der Nachwuchs sehr am Herzen. Deshalb wurde ein Lehrlingsatelier an der Ausstellung realisiert. Der Projekt-Höhepunkt war die Einweihung des Hofladens.
Susanne Schild
«Noch rasch fertig einrichten, den Kühlschrank füllen und alles am richtigen Ort hinlegen. So hat es gestern bei vielen ausgesehen, doch nun haben wir bereits den ersten Abend hinter uns. Der Start ist gelungen und das Gewerbe kann sich von seiner besten Seite zeigen», blickte Urs Beyeler, Präsident des Gewerbevereins Muri und Umgebung, auf den Eröffnungstag zurück. Die Aussteller hätten keinen Aufwand gescheut, sich von ihrer besten Seite zu präsentieren. «Schön, dass es so viele motivierte Unternehmer gibt, welche immer wieder den Aufwand auf sich nehmen und auch nicht zuletzt den ein oder anderen Batzen aufwenden», so Beyeler. Durch ihr Engagement und Herzblut könne so eine schöne, in Erinnerung bleibende Ausstellung geschaffen werden. «Zusammen können wir so zeigen, wie vielfältig und auf welch hohem Niveau unser Leistungsangebot in der Region ist.»
Symbol für das Miteinander
Viele Mitglieder des Gewerbevereins Muri und Umgebung hatten sich die Mühe gemacht, ein schönes Zahnrad zu gestalten. Die Aktion wurde anlässlich der Absage der physischen Generalversammlung 2020 durch den Vorstand ins Leben gerufen. 220 rohe Holzzahnräder wurden vorbereitet und durch den Vorstand an die Mitglieder verteilt. Die Aufgabe war, im Vorfeld ein Zahnrad zu gestalten, welches dann an der Gewerbeausstellung präsentiert wurde.
Eine Jury aus den verschiedensten Mitgliedern und Funktionären hat diese bewertet und die schönsten drei Zahnräder bestimmt. Den ersten Platz belegte die Berger Gartenbau AG Boswil, gefolgt von Bütler Elektro Telecom AG Muri. Das drittschönste Zahnrad kreierte die R. Schriber Elektro-Stoffe AG Muri. «Diese Zahnräder haben uns nun durch die gesamte Vorbereitung begleitet. Nun ist das Ergebnis sichtbar», sagte Urs Beyeler. Die kreativ gestalteten Zahnräder wurden an einer Wand gemeinsam installiert als Symbol für das Miteinander. Nach dem Motto: «Zusammenhalt macht stärker. Nur zusammen, wenn jedes Zahnrad dreht, funktioniert unser Gewerbe.»
Starkes Gewerbe in der Region
Auch Nationalrat Benjamin Giezendanner lobte die regionalen Unternehmen in seiner Festrede am Aussteller-Apéro. «2021 erhielt die Bäckerei-Konditorei-Café Kreyenbühl aus Muri den aargauischen Unternehmerpreis. Im folgenden Jahr ging die begehrte Auszeichnung erneut nach Muri an die Bütler Elektro Telecom AG. Zwei grosse Leistungen hintereinander, die für die hohe Qualität des regionalen Gewerbes sprechen», sagt Giezendanner. Dem regionalen Gewerbe ginge es gut. Trotzdem habe man mit grossen Herausforderungen zu kämpfen. «Steigende Zinsen, Inflation, Lieferengpässe, Energiekrise und Fachkräftemangel.» Wobei der Fachkräftemangel wohl mit zu den grössten zählen würde. Aktuell seien im Kanton Aargau 875 Lehrstellen nicht besetzt. «Das, was hier an der Ausstellung durch das Lehrlingsatelier geschaffen wurde, ist einmalig», lobte der Nationalrat. Hier könne man sehen, dass dem Gewerbeverein Muri und Umgebung die Förderung der Nachwuchskräfte wichtig ist.
Teamwork und Schweiss
«Etwas, was mit einer kleinen Idee angefangen hat, fand bei den Lehrfirmen im Freiamt grossen Anklang», sagte Stefanie Stöckli-Joho, die das Projekt Lehrlingsatelier betreute. Im Rahmen von Muri 2022 wurde mit über 100 Lernenden aus 27 Lehrfirmen das Lehrlingsatelier realisiert. «Die Lernenden zeigen hier gerne und stolz ihr Fachwissen und ihre Kreativität. Hier haben sie das Zepter in der Hand», beschrieb Stefanie Stöckli-Joho das Projekt. «Ich bin beeindruckt, was die jungen Menschen hier in Eigenregie auf die Beine gestellt haben. Dafür war enormer Einsatz nötig», lobte Urs Beyeler.
Als Höhepunkt entstand während der Ausstellung mit viel Teamwork und Schweiss ein Hofladen. «Unzählige Stunden wurden in Arbeit, Planung und Organisation investiert. Die Teamarbeit und die gegenseitige Unterstützung standen dabei immer im Vordergrund», sagte Stöckli-Joho. Auch hier hätten die Zahnräder ineinandergegriffen, nur so konnte alles rechtzeitig fertiggestellt werden.
Der Hofladen wurde am Sonntag feierlich eingeweiht. Nach der Ausstellung wird dieser der Josef-Müller-Stiftung und Agrovision Burgrain übergeben, damit er an einem anderen Ort nachhaltig verwendet werden kann. «Der Hofladen ist ein weiteres Zahnrad der Ausstellung und spiegelt die Philosophie von Muri 2022, miteinander, gemeinsam etwas erreichen, wider», sagte Rolf Thumm, Stiftungsrat Josef-Müller-Stiftung. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass in diesen Zeiten Material und Arbeit zur Verfügung gestellt würden. «Unsere Stiftungsgründerin Mathilde Müller hätte an diesem Projekt sicher auch viel Freude gehabt.»
«Der Hofladen zeigt das hohe Leistungsniveau unserer Lehrlinge. Wir können stolz auf unseren Nachwuchs sein. Denn dieser ist sehr wichtig und wird unter anderem auch die Zukunft der Gewerbeausstellung sichern», sagte Urs Beyeler.